Am 01.07.2014 ist das „neue Rentenpaket“ der Bundesregierung in Kraft getreten. Mit dem Gesetz über Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung werden die abschlagsfreie Rente mit Vollendung des 63. Lebensjahres und die sog. „Mütterrente“ eingeführt. Darüber hinaus werden die Leistungen beim Bezug einer Erwerbsminderungsrente verbessert.

Abschlagsfreie Rente mit 63

Ab 01. Juli 2014 können besonders langjährig Versicherte (Versicherte mit mindestens 45 Beitragsjahren), die vor dem 1. Januar 1953 geboren wurden, mit Vollendung des 63. Lebensjahrs Altersrente ohne Abschläge in Anspruch nehmen. Für alle nach dem 31. Dezember 1952 geborenen Versicherten wird die Altersgrenze in Zweimonatsschritten pro Jahrgang angehoben. Mit dem Geburtsjahr 1964 ist diese Anhebung abgeschlossen und ein abschlagsfreier Rentenbeginn ab dem vollendeten 65. Lebensjahr möglich. Außerdem wurden mit dem Rentenpaket die Anspruchsvoraussetzungen zur Erfüllung der gesetzlichen Wartezeit (45 Beitragsjahre) gesenkt. Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld I, Pflege- und Erziehungszeiten (bis zum 10. Lebensjahr) sowie Zeiten des Bezugs von Schlechtwetter-, Insolvenz- oder Kurzarbeitergeld werden auf die Wartezeit von 45 Jahren angerechnet. Erstmals möglich ist auch die Begründung der Wartezeit von 45 Jahren durch freiwillige Beiträge.

Mütterrente

Um die Leistung der Kindererziehung besser anzuerkennen, erhalten Eltern von vor 1992 geborenen Kindern ab dem 01.07.2014 eine höhere Rente. Je Erziehungsjahr und Kind wird ein zusätzlicher Entgeltpunkt angerechnet. Sofern sich Eltern die Kindererziehung geteilt haben, können sie entscheiden, welcher Elternteil die Kindererziehungszeiten in der Rente angerechnet bekommen soll. Eltern von vor 1992 geborenen Kindern, die bereits eine Rente beziehen erhalten einen Zuschlag in derselben Höhe des Rentenertrags aus der zusätzlichen Kindererziehungszeit.

Verbesserung  der Erwerbsminderungsrenten

Die sogenannte Zurechnungszeit (§ 59 SGB VI) wird vom 60. auf das 62. Lebensjahr erhöht. Damit werden Versicherte so gestellt, als hätten sie bis zum vollendeten 62. Lebensjahr weitergearbeitet. Die seit Jahren sinkenden durchschnittlichen Beiträge in der Erwerbsminderungsrente sollen so abgefangen werden. Darüber hinaus findet eine „Günstigerprüfung“ statt. Einkommensminderungen in den letzten vier Jahren bis zum Eintritt der Erwerbsminderung, etwa durch den Wegfall von Überstunden, den Wechsel in Teilzeitarbeit oder Arbeitslosigkeit werden bei der Rentenberechnung nicht berücksichtigt.

Befristung von Arbeitsverhältnissen

Mit dem Rentenpaket ermöglicht der Gesetzgeber außerdem eine Beschäftigung über den Zeitpunkt des Erreichens der Regelaltersgrenze hinaus. Sieht ein Arbeitsvertrag die Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Erreichen der Regelaltersgrenze vor, kann mit dem Arbeitnehmer nunmehr eine – gegebenenfalls auch mehrfach – weitere Befristung, des Arbeitsverhältnisses vereinbart werden und so der Beendigungszeitpunkt hinausgeschoben werden. Voraussetzung ist, dass die Änderung des Beendigungszeitpunktes während des Bestandes des Arbeitsverhältnisses vereinbart wird.