Aufwendungen und Zuzahlungen des Arbeitnehmers im Rahmen einer Firmenwagenüberlassung

05 August 2013

Dr. Henning Frase, Subir Kumar Banerjee

Die Überlassung eines Firmenwagens an Arbeitnehmer ist in der Praxis ebenso häufig wie steuerlich relevant. Der Arbeitnehmer erlangt durch die Überlassung einen zu versteuernden geldwerten Vorteil, trägt jedoch häufig eigene Aufwendungen auf das überlassene Fahrzeug. Die Erfassung dieser Aufwendungen als ein den geldwerten Vorteil minderndes Nutzungsentgelt bereitet Schwierigkeiten. Ein neues Bmf-Schreiben versucht Klarheit zu schaffen.

Firmenwagenüberlassung

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung führt dies zu einem lohn- und einkommensteuerlich relevanten geldwerten Vorteil beim Arbeitnehmer. Dieser wird entweder nach der Bruttolistenpreisregelung („1%-Methode“) oder der Fahrtenbuchmethode berechnet. Einschränkend ist anzumerken, dass Fahrtenbücher nur in wenigen Fällen vom Finanzamt überhaupt akzeptiert werden.

Vielfach sehen die zwischen dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer getroffenen Vereinbarungen Beteiligungen des Arbeitnehmers an den Kosten der Fahrzeugüberlassung, beispielsweise in Form eines Entgelts für die Privatnutzung oder einer Zuzahlung zu den Anschaffungskosten vor.

Minderung des geldwerten Vorteils bei eigenen Aufwendungen des Arbeitnehmers?

Zahlt der Arbeitnehmer für die private Nutzung ein Entgelt (unmittelbare Zahlungen), legt die einschlägige Lohnsteuerrichtlinie fest, dass eine Minderung des Nutzungswerts des überlassenen Fahrzeugs und damit des steuerlich maßgeblichen geldwerten Vorteils vorliegt; unabhängig davon, ob das Nutzungsentgelt pauschal oder an der tatsächlichen Nutzung des Kraftfahrtzeugs bemessen wird.

Demgegenüber mindern vom Arbeitnehmer selbst getragene Kosten, wie beispielsweise die Benzinkosten (mittelbare Zahlungen), bei Anwendung des Bruttolistenpreises den geldwerten Vorteil nicht.

BMF-Schreiben will Rechtssicherheit schaffen

Diese Abgrenzung erwies sich in der Praxis als schwierig, wie auch die Rechtsprechung monierte (beispielsweise BFH, Urteile vom 18.10.2007 – VI R 57/06, VI R 59/06, VI R 96/04).

Das BMF-Schreiben vom 19. April 2013 - IV C 5 – S 2334/11/10004 soll nun praxisgerechtere Leitlinien liefern. Danach soll ein den geldwerten Vorteil minderndes Nutzungsentgelt in folgenden Fällen vorliegen:

  1. Der Arbeitnehmer zahlt einen nutzungsunabhängigen pauschalen Betrag (unabhängig wie dieser vom Arbeitgeber kalkuliert wurde, beispielsweise eine Monatspauschale durch Abzug vom Nettogehalt).
  2. Der Arbeitnehmer zahlt einen bestimmten Betrag für jeden privat gefahrenen Kilometer (unabhängig wie dieser vom Arbeitgeber kalkuliert wurde, sog. Kilometerpauschale).
  3. Der Arbeitnehmer zahlt Leasingraten des Fahrzeugs.

Demgegenüber stellt die Übernahme einzelner Fahrzeugkosten (beispielsweise Benzinkosten oder Versicherungsbeiträge) kein Nutzungsentgelt in diesem Sinne dar.

Praxishinweise

Das BMF-Schreiben ist auf alle offenen Sachverhalte anzuwenden. Allerdings gelten in Fällen, die vor dem 1. Juli 2013 verwirklicht worden sind, Übergangsregelungen. Danach kann eine Anrechnung von mittelbaren Aufwendungen des Arbeitsnehmers auf den geldwerten Vorteil im Einzelfall möglich sein.

Anzumerken ist, dass das BMF-Schreiben nicht die Umwandlung von Barlohn in eine Fahrzeugüberlassung betrifft. Die Bewertung dieses Sachlohns kann zu einem niedrigeren Lohnsteuerwert führen als der Barlohn.